Noch vor gar nicht all zu langer Zeit stand der Ölpreis bei sagenhaften (mehr oder weniger zumindest) 140 US Dollar pro Barrel – genauer gesagt im Juni 2008. Bedingt durch die Finanzkrise fiel der Ölpreis bis Dezember 2008 allerdings wieder bis auf sage und schreibe 39 Dollar pro Barrel. Mittlerweile hat er sich bei 45-50 Dollar eingebürgert.
Wen das in aller erster Linie hätte freuen sollen, waren Logistikdienstleister und Reedereien (Schiffsdiesel verbucht ebenfalls Preiseinbrüche von bis zu zwei Dritteln) – zieht man aber die ebenfalls aus der Finanzkrise resultierenden Auftragseinbrüche mit in Betracht, dann sieht das alles schon ein wenig anders aus.
Worauf ich allerdings ursprünglich hinaus wollte, war Outsourcing:
Outsourcing stellt heutzutage ein wesentliches Einsparpotential in der Supply Chain dar, da Arbeitskräfte und Materialpreise im Ausland um ein vielfaches günstiger sind als hier in Europa. Einem Bericht der “Logistik Inside” zufolge liegt der derzeitige Transportpreis für einen 40 Fuß langen Container auf einem vollbeladenen Containerschiff von Shanghai nach Hamburg etwa 50$ – verschwindend gering, wenn man bedenkt, was der Transport auf der Straße oder in der Luft kosten würde.
Eine Studie von der Otto Beisheim School of Management sowie der DB Schenker zufolge liegt das Einsparpotential bei zum Beispiel Spielwaren, die in China statt in Deutschland produziert werden und danach via See importiert werden bei einem Ölpreis von 150$ – und wir liegen momentan bei einem Drittel (!) davon – bei satten 32%! Ein Ansteigen des Ölpreises auf 250$ (erwartet für Anfang 2010) würde die Ersparnis nur um 1% auf 31% mindern.
Selbst wenn Reeder zukünftig CO2 Zertifikate kaufen müssten, so die Logistik Inside, wären die Auswirkungen bei Massengütern, wie zum Beispiel Jeans, bei weniger als 1 Cent pro Jeans anzusiedeln.
Dies ist wohl einer der wesentlichen Gründe, weshalb für die nächsten fünf Jahre ein Wachstum der Seelogistik um weitere 100% vorausgesagt wird.
Eine Ausnahme bietet hier wohl der Stofftierhersteller Steiff, der seine Produktion bis 2010 wieder komplett nach Deutschland zurückholen will. Die Gründe liegen hier allerdings – laut Steiff – bei der Qualität der Waren, da selbige in Deutschland in höherer Qualität hergestellt werden könnten.
Angesichts solcher Zahlen – meiner persönlichen Meinung nach – ist es wohl ein wenig verständlicher, dass Unternehmen, die profitabel wachsen wollen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht einbüßen wollen, zunehmend ihre Produktion ins Ausland verlagern.