Nicht unbedingt Logistik, dafür aber íngerneurwissenschaftlich! Gestern war ich auf dem Neujahrsempfang der ifKom (Ingenieure für Kommunikation) Westfalen-Lippe im Arcardeon in Hagen.
Ähnlich wie der BVL (Bundesverband der Logistik) ist die ifKom ein Netzwerk, dass sich der Information sowie dem Social Networking verschrieben hat. Gegründet im Jahre 1923, damals noch VDPI (Verband Deutscher Post Ingenieure) – bis 1999 – richtet die ifKom Westfalen-Lippe seit nunmehr 15 Jahren einen derartigen Event aus. Das Arcadeon in Hagen ist eines der besten (gerankten) Tagungshotels in Deutschland.
Ich war schon etwas eher dort, um noch einer Vorstandssitzung des Bezirks als Gastzuhörer beizuwohnen. Danach, um 18 Uhr, begann der öffentliche Teil: Beim Sektempfang im Gespräch mit dem Bundesvorsitzenden der ifKom und einer kurzen Unterhaltung mit der Bürgermeisterin der Stadt Hagen stand eine allgemeine Begrüßung der anreisenden Mitglieder im Vordergrund; danach, gegen 18:30 Uhr, begann das Programm mit musikalischer Unterstützung des VielHarmonie Orchesters des Hildegardis-Gymnasiums. Viel interessanter fand ich allerdings die darauffolgenden Vorträge! Die erste (man verzeihe mir, dass ich mir nicht die Namen der Vortragenden gemerkt habe) beschäftigte sich mit der Thematik des sicheren Onlinebankings: Was mich daran faszinierte, war zum einen, dass die Online Banking Lösung von Microsoft Office 2003 aufgrund ihrer Sicherheitsmängel “Schäden im 9-stelligen Dollarbetrag” angerichtet hat, man jedoch seit nunmehr 20 Jahren dank DES (Data Encryption System) von IBM in der Lage ist, softwareseitig sicheres Online Banking zu gewährleisten. Sehr geil fand ich auch, dass DES ursprünglich auf 64 bit ausgelegt war, das damals aber noch kein Rechner rechnen konnte, man deshalb zuerst 8 bit der zusätzlichen Kontrolle zuordnete. von den restlichen 56 bit war es möglich, 9 mithilfe der damaligen Rechnersysteme zu berechnen – die restlichen bits waren nur mithilfe des NSA (National Security Agency der USA) Rechners zu bewältigen. Die heutzutage gängige Triple-DES Systeme mehren den Sicherheitsfaktor nicht nur um drei, sondern um satte 2^102!
Der zweite Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema der VM (Virtual Mashines). Es ging um das Wachstum von Rechenzentren, da für jeden Sch*** neue Server gekauft werden müssen: Mailserver, Backupserver, Programmserver etc.
Die entsprechende neue Technologie (meines Erachtens durchaus zukunftsweisend) ist die der VM. Ich kannte das in kleinem Rahmen bereits von meinem iMac, der mithilfe von Parallels Desktop im laufenden Mac OS 10.5 ein Windows simuliert und gleichzeitig darstellt. Was hier passiert ist folgendes. Zwischen die Hardware und das Betriebssystem wird ein Hypervisor geschaltet (im Idealfall, in der Praxis läuft der Hypervisor, hier in Form von Parallels Desktop, als Programm auf dem ersten OS), der diverse Betriebssysteme simultan simulieren kann. Das heißt im Klartext: Auf einem entsprechend schnellen Rechner/Server, ist es möglich, statt nur einem OS satte 4-5 OS simultan laufen zu lassen (und es ist egal, ob Linux, Windows XP, Vista, 2000, 95 oder Mac OS – auch verschiedene!).
Anhand von einigen Beispielen erörterte der Vortragende, dass ein Server zwar ständig läuft, aber niemals mehr als 1-5% ausgelastet ist, da er nur auf Zugriffe wartet. Folglich verschwendet ein Rechenzentrum jede Menge Energie.
Durch geschickte Simulieren von Server auf einem Hardwareserver ist es möglich, bis zu 20% der Energiekosten einzusparen! In einem Beispiel waren es 13.000€ p.a. statt 67.000€.
Die vielen daraus resultierenden Möglichkeiten für Administratoren und Ersatzserver lasse ich hier einmal bewusst aus, um den Umfang nicht noch weiter auszudehnen.
Der dritte Vortrag beschäftigte sich mit der Kybernetik (Ich persönlich fand ihn a) nicht sonderlich gut verständlich und b) nicht sonderlich gut gehalten – deshalb lasse ich auch ihn außen vor).
Danach folgte ein gutes Essen sowie diverse Gespräche. Alles in allem ist die ifKom damit – meiner Meinung nach – jedem empfohlen, der sich für diese Themen interessiert, sie kennenlernen möchte oder gar in ihnen Tätig ist und sich fortbilden möchte. Die ifKom vergibt auch Preise an Studenten für herausragende Leistungen im nachrichtentechnischen Bereich.
