Jedes Unternehmen steht in wechselseitigen Beziehungen zu seiner Umwelt, was zwangsläufig seine Zielsetzung beeinflusst und damit auch direkte Auswirkungen auf das Marketing hat.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Mikroumwelt und Makroumwelt. Die Mikroumwelt beschreibt alle unmittelbar Beteiligten des Unternehmens, wie zum Beispiel Kunden, Zulieferer, Konkurrenten etc.
Makroumwelt hingegen umfasst alle nicht kontrollierbaren Faktoren der Umwelt, d.h. Politik, Technologie, sozio-kulturelle Faktoren und dergleichen mehr).
Aus Mikro- und Makroumwelt erwachsen ständig neue Chancen, aber auch Gefahren, für das Unternehmen; ebenso steht es zu Mikro- und Makroumwelt in einer Austauschbeziehung, da jeder Wünsche und Ansprüche hat. Einige dieser Anspruchsgruppen sind hier einmal aufgelistet:
Konsumenten (Preis-Leistung-Verhältnis)
Handel (Unterstützung am Point-of-Sale)
Lieferanten (stabile Lieferbeziehungen)
Konkurrenten (Definition v. technischen Standards)
Verbände (Verbraucherschutz)
Bürgerinitiativen (Umweltschutz)
Teilöffentlichkeiten (Behinderung der Standortwahl)
Medien (Artikulation d. öffentlichen Meinung)
Gesetzgeber (Gesetze, Verbote)
Parteien (Handlungsaufforderungen)
Gewerkschaften (Mitbestimmung)
Kommen wir nun zu einem weit wichtigeren Thema des Marketings, dem Käufer: Wer die Reaktionen der Käufer kennt, hat einen enormen Wettbewerbsvorteil. Daher stellt sich das Marketing die Fragen, nach dem „Wer kauft was, warum, wie, wieviel, wann, wo und bei wem?“. Diesen Vorgang nennt man Käuferverhaltensforschung.
Es gibt spezielle Kennzahlen des Käuferverhaltens, namentlich kulturelle Prägung (Werte, Normen, Verhalten), sozialer Status (Vorbilder, Familie, Rollen), persönliche Lebensumstände (Alter, Beruf, Lebensstil) sowie psychologische Einflüsse (Motivation, Ansichten, Überzeugungen). Alle diese Kennzahlen zusammen ergeben die Käuferpersönlichkeit.
Von der Käuferpersönlichkeit nun zu den Grundtypen von Kaufentscheidungen. Man unterscheidet zwischen echten Kaufentscheidungen, impulsiven Kaufentscheidungen, habituellen Kaufentscheidungen sowie limitierten Kaufentscheidungen:
Eine echte Kaufentscheidung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie viele Informationen sowie eine hohe kognitive Beteiligung beinhaltet, sowie eine Analyse von potentiellen Alternativen was im Gesamtprozess eine relativ lange Entscheidungsdauer zur Folge hat.
Impulsive Kaufentscheidungen hingegen sind meist spontan und ohne vorherige Informationsaufnahme, ähnlich wie bei den habituellen Kaufentscheidungen, die allerdings bewusst keine Informationssuche beinhalten und auch von Vergleichen absehen.
Letztendlich bleibt noch die limitierte Kaufentscheidung, sie würde sich zwar gerne wie eine echte Kaufentscheidung verhalten, wird aber durch ein limitiertes Angebot von Produkten behindert.
Es gibt im wesentlichen vier Grundtypen von Kaufentscheidungsträgern, sie sind unterteilt in Haushalt und Unternehmen sowie in Individuum und Kollektiv:
Individuelle Kaufentscheidungsträger im Haushalt sind natürlich die Individuen selbst, sie handeln oftmals emotional; in einem Unternehmen ist das Individuum meist der Repräsentant, er handelt rational.
Kollektive Entscheidungen im Haushalt werden von der Familie getroffen, im Unternehmen vom Einkaufsgremium.
Letztlich gibt es zwei Modelle der Kaufentscheidung, die ich einmal gerne kurz näher erläutern möchte: Zum einen das Stimulus-Response Modell und zum anderen das Stimulus-Organismus-Response Modell.
Das S-R-Modell geht davon aus, dass der Kopf des Konsumenten als Black Box gehandelt werden muss und dementsprechend nicht Gegenstand von Untersuchungen sein kann, sondern vielmehr exogene Stimuli; Exogene Stimuli sind einerseits vom Marketing beeinflusst (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation) und andererseits von der Umwelt (Politik, Kultur, etc.). Diese beiden Faktoren bilden nun also die exogenen Stimuli und damit den Stimulus, der durch die Black Box geht und als Response eine Kaufentscheidung zur Folge hat.
Das S-O-R-Modell geht weiter, indem es die Black Box des Konsumenten „knackt“ und ersichtlich macht. Es erweitert die exogenen Stimuli und die Kaufentscheidung um den Konsumenten, dem gewisse Charaktereigenschaften inne sind und der selbst auch Einfluss auf den Prozess der Kaufentscheidung hat.