Kürzlich hat das Marktforschungsunternehmen Analytiqa die Studie „European Supply Chain Director Survey 2009“ veröffentlicht. Sie ist für knapp 1.200,- Euro erhältlich. In der aktuellen Magazin des Bundesverbands für Logistik (BVL) wird darauf eingegangen. Nur in knapp 60% der europäischen Handelsunternehmen gibt es demnach einen Supply-Chain Verantwortlichen auf Vorstandsebene. Mehr noch: 10% aller Unternehmen haben sogar erst kürzlich einen Logistikmanager aus dem Führungsgremium entfernt. Gleichzeitig werden jedoch bei 85% wichtige logistische Entscheidungen auf höchster Ebene getroffen. Die durchaus treffende Überschrift des Artikels in der Log: Kompetenzlücken auf höchster Ebene!
Beiträge getagged ‘supply chain management’
European Supply Chain Survey 2009
13 September 2009Kosten einsparen und Umsätze steigern mit Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment
3 September 2009Moderne Logistik versucht Bestände durch Informationen zu ersetzen. Das ist für jedes einzelnes Unternehmen zunächst deshalb von besonderer Bedeutung, weil es massive Einsparpotentiale birgt, etwa was Bestandskosten betrifft. Da jedoch Konkurrenz und Wettbewerb entlang der gesamten Wertschöpfungskette bestehen, besteht die Notwendigkeit von unternehmensübergreifender Zusammenarbeit, um als Netzwerk effizienter agieren zu können und sich am Markt zu behaupten.
Bei der gemeinsamen Planung, Prognose und Nachlieferung (engl. Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment), die 1997 in den USA entwickelt worden ist, erstellen die Geschäftspartner gemeinsam Geschäftspläne, um Aktionsplanungen und Warenverfügbarkeit in jeder Stufe der Supply Chain zu vereinfachen bzw. zu erhöhen.
Der standardisierte Austausch von Informationen wirkt sich demnach erleichternd auf die Warenflussteuerung aus. Doch wieso greift man zu CPFR?
Ölpreise in der Supply Chain
18 Januar 2009Noch vor gar nicht all zu langer Zeit stand der Ölpreis bei sagenhaften (mehr oder weniger zumindest) 140 US Dollar pro Barrel – genauer gesagt im Juni 2008. Bedingt durch die Finanzkrise fiel der Ölpreis bis Dezember 2008 allerdings wieder bis auf sage und schreibe 39 Dollar pro Barrel. Mittlerweile hat er sich bei 45-50 Dollar eingebürgert.
Wen das in aller erster Linie hätte freuen sollen, waren Logistikdienstleister und Reedereien (Schiffsdiesel verbucht ebenfalls Preiseinbrüche von bis zu zwei Dritteln) – zieht man aber die ebenfalls aus der Finanzkrise resultierenden Auftragseinbrüche mit in Betracht, dann sieht das alles schon ein wenig anders aus.
Worauf ich allerdings ursprünglich hinaus wollte, war Outsourcing:
Outsourcing stellt heutzutage ein wesentliches Einsparpotential in der Supply Chain dar, da Arbeitskräfte und Materialpreise im Ausland um ein vielfaches günstiger sind als hier in Europa. Einem Bericht der “Logistik Inside” zufolge liegt der derzeitige Transportpreis für einen 40 Fuß langen Container auf einem vollbeladenen Containerschiff von Shanghai nach Hamburg etwa 50$ – verschwindend gering, wenn man bedenkt, was der Transport auf der Straße oder in der Luft kosten würde.
Eine Studie von der Otto Beisheim School of Management sowie der DB Schenker zufolge liegt das Einsparpotential bei zum Beispiel Spielwaren, die in China statt in Deutschland produziert werden und danach via See importiert werden bei einem Ölpreis von 150$ – und wir liegen momentan bei einem Drittel (!) davon – bei satten 32%! Ein Ansteigen des Ölpreises auf 250$ (erwartet für Anfang 2010) würde die Ersparnis nur um 1% auf 31% mindern.
Selbst wenn Reeder zukünftig CO2 Zertifikate kaufen müssten, so die Logistik Inside, wären die Auswirkungen bei Massengütern, wie zum Beispiel Jeans, bei weniger als 1 Cent pro Jeans anzusiedeln.
Dies ist wohl einer der wesentlichen Gründe, weshalb für die nächsten fünf Jahre ein Wachstum der Seelogistik um weitere 100% vorausgesagt wird.
Eine Ausnahme bietet hier wohl der Stofftierhersteller Steiff, der seine Produktion bis 2010 wieder komplett nach Deutschland zurückholen will. Die Gründe liegen hier allerdings – laut Steiff – bei der Qualität der Waren, da selbige in Deutschland in höherer Qualität hergestellt werden könnten.
Angesichts solcher Zahlen – meiner persönlichen Meinung nach – ist es wohl ein wenig verständlicher, dass Unternehmen, die profitabel wachsen wollen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht einbüßen wollen, zunehmend ihre Produktion ins Ausland verlagern.
